Gauck statt Schachtschneider

Nach einmütigem Votum der etablierten Parteien und auch der Freien Wähler für Gauck sagt der Staatsrechtler seine Kandidatur für das Amt des Bundespräsidenten ab. Den Kampf gegen die Euro-Diktatur wird er trotzdem anführen und auf einer COMPACT-Veranstaltung am 3. Mai (19 Uhr, Berlin-Mitte, Viethaus, Leipziger Straße 54) erläutern. (Jürgen Elsässers Überlegungen hierzu auf seinem blog.) Prof. Schachtschneider freut sich jedenfalls darauf, die begeisternde Stimmung auf unserer Konferenz am vergangenen Sonnabend aufzugreifen und mit seinen Anhängern die nächsten Schritte unter dem Motto zu diskutieren: „Was das Volk von einem Bundespräsidenten verlangen darf.“ Näheres dazu in Kürze auf diesem blog und auf www.compact-magazin.com. Hier die Erklärung von Prof. Schachtschneider von heute Nacht im Wortlaut:

Lieber Herr Elsässer,
(…)
Ich nehme die Kandidatur zum Bundespräsidenten nicht an.

Die Akklamation nach meinem Vortrag war ein schöner Vertrauensbeweis, aber über einen derart wichtigen Schritt muß man einige Zeit nachdenken.

Diese Kandidatur kann nach dem (fast) konsensualen Vorschlag der Bundestagsparteien und der überwältigenden Zustimmung in den Medien und in der Bevölkerung zu einem Bundespräsidenten Joachim Gauck nur Schaden anrichten. Niemand außer den Teilnehmern der Versammlung am 18. Februar würde das verstehen oder gar gutheißen. Angesichts dessen, daß jetzt ein überparteilicher Kandidat aufgestellt ist, entfällt ein wesentlicher Grund für meine Kandidatur, zumal die Reden und Schriften Joachim Gaucks im Allgemeinen nicht so weit von meinen freiheitlichen Lehren entfernt sind. Meine Kandidatur würde mich der Lächerlichkeit preisgeben. Sie wäre das falsche Signal für die Zusammenführung der oppositionellen Gruppen. Jetzt wäre es ein Leichtes, mich und uns in die falsche, nämlich rechte, Ecke zu schieben. Das würde meine fachliche Reputation beschädigen, die ich für die Verfahren vor dem Bundesverfassungsgericht unbedingt benötige. Hinzu kommt und das ist auch sehr wichtig, daß die Freien Wähler keinerlei Hinweis erkennen lassen, daß sie mich zu ihrem Kandidaten machen wollen. Das ist wohl falsch berichtet worden. Ich kann mir denken, daß Sie, lieber Herr Elsässer, kraft Ihrer großen Erfahrung die Lage, wie sie sich heute entwickelt hat, nicht anders einschätzen. (…)

Herzliche Grüße

Karl Albrecht Schachtschneider

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